Erfolgreiche Herbstabschlussübung bei der Firma Reisser in Osterburken
Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK trainieren gemeinsam den Ernstfall
Bei der diesjährigen Herbstabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Osterburken und der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK-Ortsvereins Osterburken stand ein anspruchsvolles Szenario auf dem Programm. Auf dem Werksgelände der Firma Schraubentechnik Reisser im Regionalen Industriepark (RIO) mussten die Einsatzkräfte mehrere Brandherde bekämpfen, vermisste Personen suchen und Verletzte retten und versorgen.
Komplexe Schadenslage mit mehreren Einsatzstellen
Pünktlich um 14 Uhr meldete sich die Brandmeldeanlage der Firma Reisser mit einem lauten Signal. Zeitgleich wurden die Einsatzkräfte über ihre Funkmeldeempfänger alarmiert. Gemeldet wurde eine starke, zunächst unklare Rauchentwicklung im Bürobereich sowie im großen Lager- und Versandgebäude.
Als Übungsannahme war im Putzraum der Kantine ein Feuer ausgebrochen. Mehrere dort anwesende Aushilfskräfte, überwiegend Schülerinnen und Schüler, flüchteten daraufhin in verschiedene Bereiche des Gebäudes. Dabei kamen Personen zu Fall und erlitten teilweise schwere Verletzungen.
Zusätzlich löste eine Person einen Handdruckmelder im Versandbereich aus. In der dadurch entstandenen Panik kam es zu einem Staplerunfall, bei dem eine Person eingeklemmt wurde. Da zunächst unklar war, wie viele Menschen sich in diesem Bereich aufhielten, mussten die Einsatzkräfte eine umfassende Personensuche durchführen.
Ein weiterer Brandherd entstand durch einen brennenden Papierkorb im Bereich des Wareneingangs.
Vielfältige Aufgaben für die Feuerwehren
Die eintreffenden Fahrzeuge wurden durch die Einsatzleitung den verschiedenen Einsatzstellen zugewiesen. Die Einsatzkräfte übernahmen unter anderem die Personensuche, die Brandbekämpfung, die technische Rettung sowie den Aufbau der Wasserversorgung.
Das LF 16/24 übernahm die Personensuche und die Brandbekämpfung in der Kantine. Das LF 20 suchte im Versand- und Kompressorenbereich nach vermissten Personen und stellte durch eine Riegelstellung sicher, dass sich ein Feuer nicht auf weitere Gebäudebereiche ausbreiten konnte.
Das TLF 16/25 stellte die Wasserversorgung aus einem benachbarten Löschwasserbehälter sicher. Der GW-L2 unterstützte mit den benötigten Schlauchleitungen. Der Vorrüstwagen (VRW) unterstützte die Führungsgruppe.
Die Abteilung Bofsheim war mit ihrem TSF-W an der Rettung der verletzten Personen in der Kantine und im Sattelauflieger beteiligt. Die Abteilung Schlierstadt unterstützte die Brandbekämpfung im Bereich des Wareneingangs und die technische Rettung mit dem Rüstwagen RW 2. Die Abteilung Hemsbach übernahm die Verlegung der Schlauchleitungen und setzte eine Verstärkerpumpe ein.
Auch die Führungsgruppe der Feuerwehr Ravenstein war mit ihrem Mehrzweckfahrzeug eingebunden. Die Feuerwehr Adelsheim-Sennfeld unterstützte die Führungsarbeit mit einer Drohne, die das Werksgelände aus der Luft überblickte.
DRK übernimmt Versorgung der Verletzten
Die vier verletzten Übungsdarsteller sowie weitere unverletzte Personen wurden von den Feuerwehrkräften aus dem Gefahrenbereich gerettet und an die Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK-Ortsvereins Osterburken übergeben.
Acht Ersthelfer unter der Leitung von Lars Nultsch und Oliver Reiss übernahmen die medizinische Erstversorgung. Auf einem eingerichteten Verbandsplatz neben der Einsatzleitung wurden die Verletzten betreut und für einen möglichen Transport ins Krankenhaus vorbereitet.
Erfolgreiche Zusammenarbeit und positive Bilanz
Nach mehr als einer Stunde beendete Stadtkommandant Thomas Stark die Übung. Anschließend kamen die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Hilfsorganisationen im Feuerwehrgerätehaus zur gemeinsamen Abschlussbesprechung zusammen.
Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Zemmel bedankte sich im Namen der Stadt bei allen Beteiligten für ihre Einsatzbereitschaft. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und DRK hervor. Auch den unterstützenden Feuerwehren aus Ravenstein und Adelsheim-Sennfeld galt sein Dank.
Stadtkommandant Thomas Stark ließ den Übungsverlauf ebenfalls Revue passieren und zog ein positives Fazit. Die angenommenen Einsatzlagen seien von den Kräften gut abgearbeitet worden. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen und Hilfsorganisationen hat hervorragend funktioniert.
Ein besonderer Dank galt der Firma Reisser, die ihr weitläufiges Werksgelände für die Übung zur Verfügung gestellt hatte.
Die Herbstabschlussübung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßiges gemeinsames Training, klare Kommunikation und eine gute Zusammenarbeit sind, um im Ernstfall schnell und professionell helfen zu können.
Vielen Dank an alle Einsatzkräfte, Übungsdarsteller, Unterstützer und Verantwortlichen für ihr Engagement!
Bericht und Bilder: Helmut Frodl, Feuerwehr Osterburken
























